Stillleben
Wir sehen Sand.
Leicht feucht – es hat geregnet.
Blätter und Eicheln, vereinzelt noch
Der Herbst geht zum Winter über.
Wir verändern den Blick,
„zoomen“ heraus, kameragleich.
Eine Schaukel,
dort hinten eine Wippe
(kommen ins Bild).
Wind, nur leicht
– wie die letzten Ausläufer
eines kaum ausgebrochenen Sturms –
weht durch Gräser,
die büschelweise
vereinzelt
im Sand sprießen.
Ein Spielplatz im Spätherbst.
Die Zeit fröhlichen Lachens
glücklicher Kinder
ist vorbei.
Aus dem Augenwinkel
nehmen wir rechts
eine Bewegung wahr.
Ein kleiner Ball rollt
wie von Geisterhand
ins Bild.
Man sucht vergeblich das Kind,
dass mit ihm zuletzt
gespielt hat.
Betrachtet man das Bild aus gewisser Distanz,
so ist man sich nicht sicher
ob sich hier wirklich gefreut wurde
oder nicht einfach alles nur ein Traum,
ja Wunschvorstellung war.
Das Kind ist weg,
der Ball allein
und vielleicht war es
auch der Wind
und nie ein Kind,
der den Ball stets antrieb
und bewegte.
Aber auch dieser Windstoss
ist längst weitergezogen.
alter wolf
war auf der jagd.
mit worten
stimme
und gesten
wohl überlegt!
nie überlegen
langsam
nie träge
ließ nie flüchten
nicht nötig
doch:
statt zu fassen
rückzug? – atemzug! – zum atmen!
doch für wen?
soll er?
(audio)
sechsundachzig
dinge!
er wartet…
dann da
auch wenn erwartet
und nicht anders
nicht einfach
nicht leicht
doch… klar
Zweisam ist besser als einsam…?! Sicher?!
Irgendwann im letzten Jahr ist es geschehen. In der Wohnung einer Freundin machte sich Gottfried breit. Und er scheint sich wohl zu fühlen. Ob dies die unfreiwillige Herbergsmutter auch so sieht?!
Nach einem etwa einjährigen Zwischenhalt bei Myspace findet man die Zwiegespräche der besonderen Art seit heute auf Herrgottfriednochmal! Lesenswert – wie auch die anderen Texte Sina Wartmanns. Mein Highlight auf DIN2711: ZKM.


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